Im Interview: Jacob Demmer (Weingut Karolinenhof)

In unserem vorletzten Blogbeitrag zum Thema „Dein Weinwissen“ berichteten wir über die Wein Herbst Messe in München >LINK<. Hier lernten wir unter anderem Jacob Demmer von dem Weingut Karolinenhof bei Pfaffen-Schwabenheim kennen. Um unsere Neugier zu befriedigen, nutzen wir natürlich die Gelegenheit um mit ihm ein Interview zu führen.

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Erzähl uns bitte genaueres über Euer Weingut? Warum der Name Karolinenhof?

Wir bestehen seit 1908 und sind damals als kleiner Familienbetrieb gestartet. Mein Ururopa hat das ganze gegründet. Ursprünglich hatte er eine Schreinerei und hat Weinbau als Hobby betrieben, wobei der Weinbau doch mehr Leidenschaft als nur Hobby war. Bei uns war es so, dass in den ersten drei Generationen als Nachwuchs nur Damen nachgekommen sind und die Mitgründerin war damals Karoline Geib. Deswegen auch der Name „Karolinenhof“, denn es gab bisher in jeder Generation eine Karoline und so hat sich das ganze entwickelt.

Ist Wein deine Passion oder würdest du das so beschreiben?

Ich habe insgesamt 6 Jahre mit der Lehre und Schule verbracht. Ich wusste eigentlich relativ früh, dass ich das machen will, weil es Spaß macht. Du hast die Chance, etwas komplett Eigenes zu kreieren. Von der Pflanzung vom kleinen Weinstock, bis hin zur fertigen Flasche. Es ist somit alles deines und dein Herzblut steckt darin.

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Wie sieht deine typische Woche aus?

Ich bin am Montag im Büro, Dienstag im Keller, Mittwoch im Weinberg, Donnerstag ist Weinprobe. Ich habe unheimlich viel Abwechslung und kann das, was ich erarbeitet habe probieren. Mann muss irgendwo den Hang dazuhaben, sich ein bisschen zu quälen.

Wie meinst du das mit dem Quälen und wie sind deine Arbeitszeiten?

Ich hatte im September einen Praktikanten. Dieser war zur normalen Arbeitszeit, also von 8 bis 17 Uhr anwesend. Auf die Frage, wie lang ich denn heute schon arbeite, antwortete ich ihm: „Ganz typisch für die Ernte im Herbst, knapp 15 Stunden und da war noch lange kein Feierabend in Sicht. Zu dieser Jahreszeit ist das leider so, dass sich der Schlaf auf 4 – 5 Stunden beläuft. Aber das ist die Leidenschaft.“

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Wie oft trinkst du Wein?

Also wir haben ja einen Durchschnittsverbrauch von 24 Litern in Deutschland pro Jahr, pro Kopf. Du musst einiges probieren, weil nur so merkst du, ob eventuell deine Hefe ein Problem hat, ob du zu kalt gärst, zu warm gärst, ob du ihr irgendwie helfen kannst und das hat unheimlich geschmackliche Auswirkungen. Nach ca. 40 bis 50 Proben kannst du nicht mehr alles trinken, aber dafür erfüllt dann auch das Sammelgefäß seinen Zweck.

Wird einem das irgendwann nicht zu viel?

Natürlich trinken wir auch immer Wasser zwischendurch. Wichtig ist dabei auch immer, selbst nicht das Maß zu verlieren. Wenn du mal 3 oder 4 Tage probiert hast, mach einen Tag Pause. Dann merkst du, ob du es lediglich nur wegen dem Geschmack trinkst oder ob du es wirklich brauchst. Ich sage immer: „Trinke es, wenn es dir schmeckt, aber trinke es nicht, um betrunken zu werden.“

Aber das Thema Wein ist leider trotzdem immer noch weit weg von den Jungen Leuten und das ist genau der Grund warum wir diesen Blog in die Welt gerufen haben. Wie siehst du das?

Ich finde, es muss Spaß machen. Man muss Spaß am Geschmack haben. Wir haben auch viele junge Stammkunden. Ab 22–23 Jahren wagen sich die Ersten an den Wein heran. Vor allem hier auf der Messe, da das Preis – Leistungsverhältnis stimmt.

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Was ist dein Lieblingswein in diesem Augenblick?

Unser Perlwein „Schmeckt nett“. Das ist ein Secco. Ein Cuvée aus dem Naturgau und Bacchus. Wir haben ein leichtes Spiel in der Frucht mit einer unheimlichen Frische. Bacchus erinnert stark an Limette. Perfekt für einen tollen Abend mit Freunden.

Wie viel kostet eine Flasche?

Eine Flasche kostet 5,90 Euro.

Kennst du die Stadt Regensburg?

Ja, da haben wir auch Kunden. In Regensburg haben wir 3-4 Stammkunden (Endverbraucher). Es gibt sogar ein Café‘ in Regensburg. Das hat Wein von uns: Café „Verschmitzt“.

Welche Weingläser sind deine Favoriten?

Extrem gut finde ich die Marke Schott. Die Gläser sind elegant, unten etwas kantiger und sehr robust. Man muss ganz klar sagen, dass feine Gläser eine tolle Sache sind, aber sie sind auch sehr anfällig, also vergiss es, dass du die Gläser in eine Spülmaschine packst.

 

Lieber Jacob, wir danken Dir für das nette und aufschlussreiche Gespräch. Das Weingut Karolinenhof hat uns verzaubert.

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